Informationen rund um die Pflanzenwelt, Umwelt und Natur

Ein niederbayerischer Endemit: Ranunculus rhombilobus (Rhombuslappiger Gold-Hahnenfuß; Beleg und Aufnahme Dr. F. G. Dunkel)
Zeitnahe Informationen zu Flora und Vegetation sowie (geo-)botanischen Aktivitäten in Niederbayern
Verfasser: Dr. Willy A. Zahlheimer, Freinberger Str. 11, D-94032 Passau.
Kontakt: zahlheimer@online.de
Stand: 25.05.2007


Diese Internetseiten sollen der Verbreitung und dem Austausch aktueller Informationen rund um die Pflanzenwelt Niederbayerns dienen, besonders solcher über die Farn- und Blütenpflanzen-Flora.


Erstfund für Niederbayern und vermutlich auch Bayern: Herrn Dr. S. Springer fiel an der Bundesstraße 20 bei Rattiszell (6941/442) auf dem Straßenbankett eine rasig wachsende gleichährige Segge auf, die sich als Carex stenophylla Wahlenb. (Schmalblättrige Segge) entpuppte (revidiert durch Dr. Wallnöfer, Wien). Ihre Heimat hat dieser salzfeste Neophyt in Ost- und Süxosteuropa. In Oberösterreich wurde bereits vor ein paar Jahren ein Straßenrandfund gemacht.


Naturschutz und Botanik in Bayern – eine Fachtagung mit diesem Thema fand zum zweiten Mal statt, diesmal am 05. April 2006 in Landshut. Tagungsbericht


Die Erforschung der Flora Deutschlands gerät immer mehr ins Abseits der wissenschaftlichen Institutionen. Auch die politische Unterstützung lässt zu wünschen übrig. Damit trotzdem auch in Zukunft eine qualifizierte wissenschaftliche Beschäftigung mit der heimischen Flora stattfindet, wurde am 30. Okober 2005 in Vechta die Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands gegründet (jährlicher Mitgliedsbeitrag 25 Euro).


Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum) aus LINDMAN, C. (1901-1905), Bilder ur Nordens Flora [entnommen aus Kurt Stübers Online Library].

Im vergangenen Vierteljahr sind den Herren Dr.J. Dachs und Dr. C. Rüther zwei großartige Wiederfunde in Niederbayern verschollener Pflanzen gelungen: Sumpf-Knabenkraut (Orchis palustris) im Isarmündungsgebiet und Karlszepter (Pedicularis sceptrum-carolinum) im Bereich der Oberbreitenau! Wir hoffen, dass die sofort von der Regierung von Niederbayern initiierten Artenhilfsmaßnahmen erfolgreich sind und zu zukunftsträchtigen Beständen führen.


Unter der Adresse http://members.fortunecity.de/zahlheimer/ habe ich begonnen, eine erste niederbayerische Lokalflora des 19. Jahrhunderts ins Netz zu stellen, die „Aufzählung der um Passau vorkommenden Gefäßpflanzen““ von Josef Mayenberg aus dem Jahr 1875.


Unter Literatur findet sich nun auch eine (ergänzungsbedürftige) Bibliographie zur Pflanzenwelt Niederbayerns.


Reizendes Traubenkraut (Ambrosia)

Unangenehme Neubürger: Die gegenwärtige Beschäftigung mit Neophyten ist keine Modeerscheinung, sondern nicht nur aus Naturschutzgründen notwendig. So hat es mittlerweile auch das bis über 1 m hohe Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) geschafft, sich zu etablieren. Dieser einjährige salzertragende Wärmekeimer aus Nordamerika mit seinen unscheinbaren Blütenkörbchen (Korbblütler!). wird vor allem als Bestandteil von Vogelfutter und als Saatgutvereinreinigung ausgebreitet. Seines allergenen Blütenstaubs wegen ist er gefürchtet und wird deshalb deutschlandweit aufmerksam verfolgt und auch bekämpft.Mehr

Ein gesundheitliches Risiko stellt auch der im wahrsten Sinne des Wortes ätzende Riesen-Bärenklau dar, der’s mit jedem aufnimmt und zugleich zur Gruppe der unduldsame Neophyten zählt – eine im wahrsten Sinne des Wortes „wachsende“ Gefahr für unsere schutzwürdigen Lebensräume sind. Eine solche ist besonders auch der Staudenknöterich der Große, der Eroberer. – Während das Taubenkraut unbeabsichtigt von Fahrzeugen weitertransportiert wird, trugen und tragen zur Ausbreitung der beiden anderen Arten unaufgeklärte Gartenbesitzer Entscheidendes bei, indem sie solche Pflanzen in Gewässernähe oder Überschwemmungslagen hegen oder aber ihre Abfälle unerlaubterweise im Gelände verteilen. Tragisch ist, dass sich größere Vorkommen der genannten Arten kaum mehr beseitigen lassen: Zu aufwendig und teuer gestalten sich solche Maßnahmen. Es ist daher notwendig, zu informieren, die Bestände zu überwachen und Neuansiedlungen sofort zu beseitigen Mehr hierzu
Für die Mitteilung von Wildvorkommen des in Niederbayern bisher nur sehr unzureichend kartierten Riesen-Bärenklaus (Verbreitungskarte) und des Traubenkrauts bin ich dankbar; hierfür steht ein elektronisches Meldeformular bereit.

Einige Seiten konnten dankenswerterweise mit stark verkleinerten Aquarellen der Oberaudorfer Künstlerin Wally Wukowitz bebildert werden, besonders die Florenliste.

Eine kostenlose CD-Rom mit der Powerpointpräsentation „Neophyten in Niederbayern“ (120 MB!) können Sie unter meiner Dienstadresse anfordern.

Weiter zur Einführung „Natur in Niederbayern“

Interesse an der Pflanzenwelt des Voralpinen Inn-Hügellandes im östlichen Oberbayern (Raum Rosenheim – Wasserburg – Haag – Miesbach)? In meiner Dissertation aus dem Jahr 1989 finden Sie vielleicht Interessantes!