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Einführung

(Stand 14.02.2005)

Weiße Pestwurz - Petasites albus

Aquarell von Wally Wukowitz, Oberaudorf: Weiße Pestwurz (Petasites albus

Der gut 10 000 km2 (1 mio ha) große Regierungsbezirk Niederbayern liegt zwischen Oberbayern, der Oberpfalz, Oberösterreich, und Tschechien mit Süd- und Westböhmen (Übersichtskarte). Er hat Anteil an sehr unterschiedlichen Naturräumen. Saure, kalkarme Böden prägen das Tertiärhügelland und den Bayerischen Wald, Kalkgebiete sind dagegen die Flusstäler von Donau, Isar, Inn und Altmühl sowie die Fränkische Alb. Die Höhenlage erstreckt sich von 285 m ü NN (bei Jochenstein unterhalb Passau; unterste submontane Höhenstufe) bis 1456 m (Großer Arber; Untergrenze der subalpinen Höhenstufe).Die genannten Flusstäler zeichnen sich durch Stromtal- und Steppenpflanzen sowie präalpin verbreitete Arten aus, so beispielsweise durch Cucubalus baccifer (Hühnerbiss), Veronica longifolia (Langblättriger Ehrenpreis) und Viola elatior (Hohes Veilchen) bzw. Stipa pennata(Grauscheidiges Federgras), Clematis recta (Steppen-Waldrebe) und Inula hirta (Steppenalant) bzw. Carduus personata (Maskendistel), Allium suaveolens (Duftlauch) und Cyclamen purpurascens (Alpenveilchen). Besonders in den Hoch- und Moorlagen des Bayerischen Waldes überlebten einige sonst erst wieder in den Alpen zu findende Gewächse als Eiszeitrelikte, so Swertia perennis (Tarant), Pseudorchis albida und Carex chordorhiza (Strickwurzelsegge).

Die Vielfalt der natürlichen Gegebenheiten hat eine recht artenreiche Flora zur Folge. Bei den Blütenpflanzen ist sie am höchsten entlang von Donau, Isar und Altmühl. Insgesamt enthält die niederbayerische Florenliste zur Zeit 1947 Farn- und Blütenpflanzenarten, -unterarten oder -varietäten als einheimisch (urwüchsig oder eingebürgert) – die in den letzten beiden Jahrhunderten ausgestorbenen oder verschollenen eingeschlossen. Einige Pflanzenvorkommen Niederbayerns sind wegen ihrer Seltenheit deutschlandweit bedeutend, so die von Gentianella bohemica (Böhmischer Enzian), Hieracium spurium subsp. tubulatum (Röhrenblütiges Habichtskraut), Euphorbia villosa (Zottige Wolfsmilch), Adenophora liliifolia (Becherglocke), Euphorbia lucida (Glanz-Wolfsmilch) und Carex michelii (Michelis Segge). Eine Übersicht der Gefäßpflanzen-Flora Niederbayerns bietet diese Homepage und (ausführlicher) die Publikation von Zahlheimer, W. A. – 2001.